Deutsche Ansiedlungsbank in Berlin

Deutsche Ansiedlungsgesellschaft

SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz  
Nr. Datum       Wert   gefunden Jahr  
  04.1923 800 Aktie   10.000 Mark 550 2005 Abb.
  04.1926   Genußrechtsurkunde 50 RM 62 2008  
      Genußrechtsurkunde 100 RM 160 2006 Abb.
  10.1928 4.800 Aktie   100 RM 1000 2005  Abb.


Aktie aus April 1923

Genußrechtsurkund aus 04.1926

Aktie aus 10.1928

Die Gesellschaft

Die Gründung der Gesellschaft erfolgte am 05.02.1898.

 

Zweck war das Hypothekenbankgeschäft sowie die Terrainentwicklung insbesondere für den landwirtschaftlichen Bereich.

 

Die Gesellschaft hatte sich seit der Gründung mit dem Ankauf größerer landwirtschaftlicher Liegenschaften und deren Aufteilung zum Zwecke der landwirtschaftlichen Siedlung mit großem Erfolg beschäftigt. Nebenbei wurde das Rittergut Seegefeld, Kreis Osthavelland, in Bauparzellen aufgeteilt und dadurch viele hundert ländliche Eigenheime geschaffen.

 

Der Name wurde 1936 in Deutsche Ansiedlungsgesellschaft geändert; die Aktiengesellschaft agierte jetzt in erster Linie im Auftrage der Nazis und realisierte das Ziel des damaligen Regimes, den Osten Europas zu besiedeln. Der AR der Gesellschaft wurde mit hochkarätigen SS-Führern besetzt. Sowohl der Grundbesitz als auch die Bilanzsummen erhöhten sich rasant. Von 1938 bis 1942 hat sich die Bilanz von 41 Mio. RM auf 90 Mio. RM verdoppelt. Im gleichen Zeitraum vergrößerte sich der eigene Grundbesitz von 8.867 auf 70.161 Morgen. Darüber hinaus waren der Gesellschaft noch weitere Grundstücksflächen u.a. vom Oberkommando des Heeres „anvertraut“. Sie bewirtschaftete zuletzt insgesamt 160.000 ha Flächen - zu einem Großteil in den von Deutschland besetzten Ostgebieten.

 

In den Jahren vor 1943 hatte die Gesellschaft unter Mitwirkung der Kulturämter mehreren hundert in Posen „ihrer Scholle beraubten“ Landwirten die Möglichkeit gegeben, „sich eine neue Heimat zu gründen“, wie es wörtlich im Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften 1943 heißt, 1934 wurden rund 20.000 Morgen Siedlungsgüter angekauft. Ab 1938 Ausdehnung des Arbeitsgebietes auf die besetzten Gebiete, 1939 Errichtung von Geschäftstellen in Innsbruck und Mährisch-Schönberg. Im Rahmen der Umsiedlung volksdeutscher Bauern aus Südtirol wurde die Gesellschaft mit der Beschaffung von Ersatzhöfen in Tirol-Vorarlberg beauftragt. Am Ende des Jahres 1939 wurden in den sudetendeutschen Gebieten 724 landwirtschaftliche Betriebe mit rd. 53.100 ha treuhänderisch bewirtschaftet.

 

1940: im Rahmen der „Umsiedlung Südtirol“ wurde der Auftrag zur Beschaffung von Ersatzhöfen auf Kärnten ausgedehnt. Zusätzlich wurden weitere Aufgaben übernommen – wie Taxationsarbeiten im Rahmen der Rücksiedlung „volksdeutscher“ Bauern aus Russland, Estland, Lettland sowie dem Generalgouvernement und Rumänien.

 

1951 Berliner Wertpapierbereinigung, 1952 Konkursverfahren, 1953 wurde die Gesellschaft aufgelöst und 1958 nach Abwicklung von Amts wegen gelöscht.



Literatur- und Quellennachweis:

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Gutowski, Vladimir (verantwortlich für den Inhalt);

Auktionshaus Gutowski GmbH (Hrsg. + Verlag)

verschiedene Auktionskataloge,

SUPPES 2008/09 ff. Bewertungskataloge für Historische Wertpapiere, Deutschland vor / nach1945

SUPPES Special, Übersicht aller im Reichsbank-Schatz vorhandenen Papiere

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008