Gemeinnützige Baugenossenschaft "Am Nordbahnhof" Berlin-Wittenau e.G.m.b.H.

Baugenossenschaft Reinickes Hof eG

Von dieser Genossenschaft sind mir keine "gedruckten" Genossenschaftsanteile bekannt. Bestätigt wird in dem Schreiben vom 08.12.1939 allerdings, dass ein "Geschäftsanteil von RM 300,-- " in voller Höhe eingegangen ist und unter der Nr. 4 / 329 des Geschäftsguthabenbuches geführt ist.

Die Genossenschaft: 

Die Genossenschaft wurde im Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Berlin am 19.03.1921 eingetragen und als gemeinnütziges Wohnungsunternehmen durch Beschluss vom 16.04.1925 und 22.10.1934 anerkannt.

Namensänderung 1949: Baugenossenschaft Reinickes Hof eGmbH

 

Aus dem Geschäftsbericht 1940:

„Im Jahre 1940, das unserem Vaterlande dank dem unvergleichbarem Siegeswillen unserer Wehrmacht und der steten Opferbereitschaft aller Volksgenossen weitere gewaltige Erfolge gebracht hat, konnten auch wir, trotz den im Kriege unvermeidlichen Begleiterscheinungen, die an uns gestellten Anforderungen erfüllen und die Gesamtlage der Genossenschaft, .... wesentlich verbessern.“

 

Keine Neubautätigkeit, aber Erwerb eines Grundstücks am Becherweg. Außerdem wurden für in der Zeit von Jan. 1939 bis April 1941 rd. 8.000,00 RM für Luftschutzräume aufgewendet.

 

Die Genossenschaft hatte 864 Mitglieder, verwaltet wurden 853 Wohnungen, 12 Läden, 7 Autogaragen sowie 12 Motorradboxen.

 

Die Immobilien befanden sich in erster Linie in

-        Reinickendorf, Humboldtstraße 97 / 99, Becherweg 36

          Reinickes Hof 1- 18 – hier war auch der Sitz der Genossenschaft

-      Tegel,  Berliner Straße

-       Hohenschönhausen,  Werneuchener Straße 22 – 24, Große   Leegestraße, Wriezener Straße

-      Wittenau,  Sittestraße

-       Spandauer Straße             

 

Aus einer Selbstdarstellung der Genossenschaft:

„Vor der Gründung der Genossenschaft war dieses Gebiet (Anmerkung: um den Reinickes Hof) der Gemeinde Wittenau noch kaum erschlossen, zum Teil waren es Äcker, Wiesen und Waldflächen. Erst mit dem Ende des ersten Weltkrieges stand Berlin vor einem bis dahin unbekannten Problem: dem Wohnungsmangel. In der Zeit der Inflation und großen mangels errichteten die ersten Mitglieder der Genossenschaft in Selbsthilfe die ersten Häuser am Lindenweg in Wittenau. Im Jahre 1927 entstanden die Siedlungen am Becherweg, Reinickes Hof und am Rathauspark. Der Wohnungsbestand wurde 1930 um ein Karree in Hohenschönhausen erweitert. Die Wohnungen wurden nach dem damaligen Stand sehr modern mit Innenbädern, Toiletten und Balkonen mit großzügig angelegten Innenhöfen gebaut.

 

.... Das Kriegsgeschehen im Jahre 1943 zerstörte in Reinickes Hof etwa 100 Wohnungen. 1946 konnten die neu gewählten Gremien die Geschäftsführung wieder aufnehmen und die Schäden des Krieges wurden beseitigt. Nach Kriegsende wurden durch die Teilung Berlins die Gebäude im Osten Berlins (Hohenschönhausen) der Baugenossenschaft entzogen.“

 

Die Genossenschaft besaß Ende 2006 1.550 Wohnungen in 186 Gebäuden.

 

 

Quelle:     Bericht der Genossenschaft über das Geschäftsjahr 1940

              www.reinickes-hof.de