Vaterländischer Bauverein zu Berlin

(eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht)

 

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SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz
Nr. Datum       Wert   gefunden Jahr
27.274 02.01.1909   Schuldverschreibung 1.000 Mark 3 2008
      Serie III        
               
               

Die Schuldverschreibung wurde umgestellt von 1.000 Mark auf 100 RM, 150 RM, 250 RM; allerdings ist nicht zu erkennen, in welcher Reihenfolge die Umstellungen erfolgten und wie hoch der Wert zum Schluß war. Auf der Rückseite des Papiers sind Zinszahlungen von 1925 bis 1943 ausgewiesen.

 

 

Die Genossenschaft

Der Vaterländische Bauverein (VBV) wurde am 29.07.1902 von 69 Mitgliedern gegründet. Am Ende des Geschäftsjahres 1949 hatte die Genossenschaft 739 Mitglieder mit genau so vielen Anteilen, am 31.12.2001 waren es 3.211 Mitglieder mit 12.749 Anteilen. Von den 602 Wohnungen zum Kriegsende waren durch Kriegseinwirkungen 95 total zerstört und weiter 200 Wohnungen waren beschädigt. Zum hundertjährigen Jubiläum im Jahr 2002 verfügt der VBV über 2.089 Wohnungen in 185 Häusern.

 

Im Gegensatz zu den damals in Berlin üblichen dichten Bebauung mit mehreren Hinterhäusern und Innenhöfen, die gerade einmal so groß sein mussten, dass die Feuerwehr wenden konnte, hatten sich alle Genossenschaften und so auch der VBV auf die Fahne geschrieben, lebenswerten Wohnraum zu schaffen. So waren die ersten Häuser des VBV in der Hussitenstraße 4 /5 und Strelitzer Straße 43 im damaligen Arbeiterbezirk Gesundbrunnen (Wedding) um sechs großzügige Höfe gruppiert. Die architektonische Gestaltung der Häuser symbolisiert die Entwicklung Berlins vom armseligen Fischerdorf (Romanischer Hof) bis zur Epoche Berlins als Kaiserstadt (Moderner Hof).  Die Wohnungen verfügten über Toiletten, Gas- und elektrische Lichtleitungen, oft  Balkone oder Loggien, teilweise hatten sie sogar eigene Bäder. Daneben sind gemeinsame Badestuben, Rollkammern, Kinderspielplätze und umfangreiche Gartenanlagen geschaffen worden.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal Hussiten- / Strelitzer Straße durch Bomben stark beschädigt. Nach dem Krieg wurden viele Häuser ein Opfer der damals gewollten Abrisssanierung. Nur der 2. Hof (Altmärkischer Hof) und der 3. Hof (Altdeutscher Hof) konnten teilweise erhalten bleiben. Die alte Pracht ist zum Teil noch zu erkennen. Rundherum stehen Häuser, die im einheitlichen sozialen Wohnungsbau der 60er Jahre errichtet wurden.

 

Heute liegen Immobilien der Genossenschaft in Wedding, Reinickendorf und in Steglitz.

 

Literatur- und Quellennachweis:

230

Landesarchiv Berlin (Hrsg.)

Edition Gauglitz

Straubes Übersichtsplan von Berlin aus dem Jahr 1910

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Vaterländischer Bauverein (Hrsg.)

Festschrift 100 Jahre – 1902 bis 2002

Internet: www.vbveg.de

 

Änderung: 17.08.2017-1034