Königstadt Aktien-Gesellschaft für Grundstücke und Industrie in Berlin

Die Gesellschaft

 

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Die Gesellschaft wurde im Jahre 1871 als  Brauerei Königstadt AG  mit einem Kapital von 0,8 Mio. Thalern gegründet. Der Name ist angelehnt an die damalige Königstadt im Nord-Osten der damaligen Insel Berlin

 

Im Jahre 1920 wurde die Königstadt Brauerei von der Deutsche Bierbrauerei AG in Pichelsdorf übernommen. Nach Übertragung und Verkauf des Brauereibetriebes an die Berliner Kindl-Bauerei AG (Link) änderte sie ihren Namen. Die Gesellschaft behielt eine Beteiligung an der Bierbrauerei.

 

Seit 1925 wurden dann eigene Immobilien verwaltet. Der Zweck war jetzt die Verwaltung, der Erwerb sowie die Veräußerung von Grundstücken und beteiligung an industriellen Unternehmen jeder Art.

 

 

Berichte anlässlich des Jubiläums im Jahre 1996

 

Am 24.05.1996 feierte die „Königstadt“ ihr 125jähriges Jubiläum. Zugleich wird damit auch ein anderer Jahrestag begangen. Vor 75 Jahren – 50 Jahre nach seiner Gründung – gab das Unternehmen den seine Tradition begründenden Geschäftsbereich auf. Am 30.05.1912 beschloss die „Königstadt“ den Verkauf ihrer Braurechte an die Berliner-Kindl Brauerei AG und ist seitdem als Grundstücks- und Vermögensverwaltungsgesellschaft tätig.

 

Als Brauerei hat die Geschichte der Gesellschaft am 24.05.1871 begonnen. Die neu gegründete Brauerei Königstadt-AG in Berlin erwarb eine bereits 20 Jahre bestehende Brauerei an der Schönhauser Allee Ecke Saarbrücker Straße. Der Stadtteil Königstadt, heute ein Teil von Prenzlauer Berg, in dem sich die Braustätte befand, gab der Gesellschaft den Namen. Das Unternehmen eroberte sich schnell einen bedeutenden Marktanteil und gehörte alsbald zu einer der führenden Berliner Brauereien. Der Erste Weltkrieg setzte dem Erfolg ein jähes Ende. Die Rationierung der Rohstoffe erlaubte keine rentable Produktion mehr. Auf Initiative des damaligen Mehrheitsaktionärs, dem Bankhaus Arnold, wurde im April 1912 der Verkauf an die Kindl-Brauerei, an der das Bankhaus ebenfalls beteiligt war, beschlossen.

 

Der Brauereibetrieb wurde stillgelegt, die Grundstücke verblieben jedoch im Besitz der Gesellschaft, deren neuer Zweck fortan in Grundstücksgeschäften und Industriebeteiligungen sowie Kretinvergabe bestand. Der Name wurde geändert in Königstadt-Aktien-Gesellschaft für Grundstücke und Industrie, und die Neuorientierung begann. Mit dem Barerlös aus dem Verkauf der Braurechte wurden weitere Immobilien erworben und das Grundstücksbeteiligungsgeschäft ausgebaut. Der alte Saalbau wurde an die UFA verpachtet, die darin 1925 mit dem UFA-Palast-Königstadt“ eines der ersten Tonfilm-Lichthäuser eröffnete. Hier befand sich zu DDR-Zeiten der vom FDJ betriebene Jugendclub "Erich Franz".

 

Die Anfang der 1930er Jahre einsetzende Weltwirtschaftskrise zwang die Gesellschaft, einzelne beliehene Grundstücke zu übernehmen, unter anderem die heute noch im Besitz befindlichen Liegenschaften am Kurfürstendamm und an der Schillerstraße. Der zweite Weltkrieg brachte dem unternehmen große Verluste. Zwei Drittel seiner Häuser waren am Ende des Krieges zerstört. Im Jahre 1951 erfolgte dann noch der Besitzentzug der in Ost-Deutschland und dem Ostteil Berlins befindlichen Grundstücke. Fast der gesamten Geschäftsgrundlagen beraubt, wagte das Unternehmen den Neuanfang. Es errichtete mehrere Wohn- und Geschäftshäuser in verschiedenen Bezirken West-Berlins. Das bekannteste dürfte das 1955 eingeweihte Geschäftshaus an der Ecke Kurfürstendamm 33 / Grolmannstraße sein, in dem viele Jahre die BEWAG-Lehrküche den Berlinern ein Begriff war. Kontinuierlich wurden weitere  Neubauvorhaben umgesetzt und verstärkt Immobilienverwaltungen für fremde Eigentümer ausgebaut.

 

1965 erfolgte dann dem veränderten Geschäftsvolumen angepasst, die Umwandlung von der Aktiengesellschaft in eine GmbH. Die Bautätigkeit wurde fortgesetzt mit der Sanierung von Altbauten und verschiedenen Neubauten, wie der 1992 fertiggestellten Wohnanlage an der Friedrichstraße Ecke Kochstraße. Außerdem wurden noch an der Weserstraße und Weichselstraße in Friedrichshain 100 Wohnungen gebaut, in Oranienburg 72 Wohnungen  und in Westend, Eschenallee 27-29 sechs Stadtvillen.

 

Heute (das war 1996) verwaltet die Gesellschaft über 100 Objekte in Berlin und Brandenburg im Wert von über 600 Millionen Mark. Ein Drittel davon ist eigener Besitz, der in den nächsten Jahren mit Bauvorhaben von über 100 Mio. DM erweitert wird, darunter auch zunehmend Gewerbebauten. Ebenfalls beteiligt ist sie an der Wiederentstehung der „Königstadt-Terrassen“ an der Schönhauser Allee, auf einem Teil des alten Stammgrundstücks, das heute unter Denkmalschutz steht.

 

Grundsatz der Königstadt bei allen Unternehmungen ist dabei stets der Interessenausgleich zwischen Eigentümern und Nutzern der Immobilien.  Bezahlbaren Mieten stehen vor überzogener Ausstattung.  Diese Philosophie wird nicht zuletzt durch den heutigen Hauptgesellschafter (die Fred und Carla Lottberg Stiftung [Link] hält 99 % der Anteile) geprägt, eine mildtätige Stiftung, die mit Gewinnen die Behandlung und Ausbildung spastisch gelähmter Kinder aus wirtschaftlich bedürftigen Familien direkt unterstützt.

 

Literatur- und Quellennachweis

Nrn. 40, 60, 130, 205, 230, 290, 440

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