Schöneberg-Friedenauer Terrain-Gesellschaft

Beschreibung der Gesellschaft

 

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Die Gesellschaft wurde am 26.03.1889 mit einem Kapital von 2 Mio. Mark gegründet. Zweck der Gesellschaft war der Ankauf und Verkauf von Ländereien in Berlin und dessen Vororten, zunächst in der Gemarkung Schöneberg.

 

In die Schöneberg-Friedenauer Terrain-Gesellschaft brachten die Herren Schwabacher und Kretzschmar (später auch AR) ein Terrain südwestlich des S-Bahnhofes Friedenau mit einer Größe von über 26 ha (insges. 266.797 m²) ein, welches durch die S-Bahn, die

- Rubensstraße und die

- Peter-Vischer-Straße, Feuerbachstraße (früher teilweise Feldstraße) im Süden begrenzt wurde.

Die Erschließung des Terrains war um die Jahrhundertwende abgeschlossen. Die Gesellschaft hatte in der Hauptsache baureife Parzellen mit teilweise schon errichteten Fundamenten verkauft, Straßen angelegt und auch einige Gebäude, vornehmlich Miethäuser, selbst gebaut.

 

1904 wurden die letzten Baustellen und Häuser verkauft.

 

Das Areal lag in direkter Nachbarschaft zur Berliner Terrain- und Bau Aktiengesellschaft (Link).

 

Neu hinzu kam ein ca. acht Hektar großes Terrain am Rastatter Platz (heute: Breitenbachplatz) und ein ca. fünf Hektar großes Gelände an der Grunewaldstraße in der Nähe des Botanischen Gartens. Knapp zwei Jahre später waren diese schon baureif.

 

Die Schnellbahn Dahlem - Rastatter Platz/Breitenbachplatz – Wittenbergplatz - Berlin berührte am Breitenbachplatz einen Teil des Terrains der Gesellschaft und wurde von ihr mit einem einmaligen Betrag von 200.000 Mark subventioniert. Gerade in dieser Gegend sind die meisten Häuser im Krieg nicht zerstört worden. Auch heute noch gut erhalten sind die Bauten entlang der Grunewaldstraße.

 

Im Jahre 1910 wurde Terrains mit 35.000 m² Nettobauland in Lichterfelde erworben, um einen Ersatz für das völlig ausverkaufte Gelände in Schöneberg zu haben. Das Areal lag verkehrsgünstig am S-Bahnhof Botanischer Garten gegenüber dem der Terrain-Aktiengesellschaft am Neuen Botanischen Garten gehörenden Gelände. Das Areal wurde auch erschlossen, die Grundstücke aber teilweise mit Verlust verkauft. 

 

Die Gesellschaft war zumindest anfänglich mit der Verwertung ihrer Terrains äußerst erfolgreich. Neben den „Tantiemen“ an die Direktoren und Aufsichtsräte wurden bis 1909 in den meisten Jahren auch Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet – zwischen 4 % und 20 %. Ab 1913 wurden die Dividendenzahlungen eingestellt.

 

Aber auch die "Schöneberg-Friedenauer" konnte sich der Rezession in 1914 nicht entziehen. Sie wies im Jahre 1917

eine erhebliche Unterbilanz auf. Zur Sanierung stellte man die Aktionäre vor die Wahl, entweder 75% zuzuzahlen und die Aktien in Vorzugsaktien umzuwandeln oder die Aktien im Verhältnis 4 : 1 zusammenzulegen. Weitere Kapitalschnitte folgten 1922 und 1924.

           

Schließlich wurde am 27.09.1927 die Liquidation beschlossen. Von dem Vermögen sollte der AR vorab 8 % und der Liquidator 3 % bekommen – erst der verbleibende Rest von 89 % wurde an die Aktionäre ausgeschüttet. Diese erhielten aber immer noch 500 RM je Aktie. Die Liquidierung der Gesellschaft war erst 1932 abgeschlossen.

 

Literatur- und Quellenhinweis

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Pharus-Pläne, Nachdrucke

Scharnhorststraße 25, 10115 Berlin – Webseite www.pharus.eu

 

Zehrfeld, Axel G.;

Berliner Terraingesellschaften