Deutscher Verein Freiland E. V.

 

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Der Verein / die Genossenschaft

Ziel des Vereins war die Überführung des gesamten deutschen Bodens in Gemeineigentum. Die Freilandbriefe wurden zur Finanzierung von Landkäufen ausgegeben. Anschließend wurde das Land an Siedlergenossenschaften verpachtet.

 

Die Abbildung auf dem Freilandbrief zeigt säende und pflügende Bauern.

 

Hierzu s.a. Bund Deutscher Bodenreformer - Link

 

Auszüge aus dem Freilandbrief:

 

"Das durch die Freilandbriefe (Schuldverschreibungen) erhaltene Geld benutzt der Deutsche Verein Freiland E.V. zum Ankauf von Siedlungsland bei voller Auszahlung des Kaufpreises unter Löschung aller Hypotheken und Belastungen. Das auf diese Weise zu deutschem Freiland gewordene Land darf nie wieder mit Hypotheken und sonstigen Schulden oder Abgaben belastet werden.

Das freigekaufte Land wird an Siedler-Genossenschaften, die auf der Freiland-Grundlage stehen, als Heimstätten- und Gemeindeland …  vergeben.

 

Der Verein wird aufgelöst, sobald das Endziel (die Ueberführung des gesamten deutschen Landes aus dem Privateigentum in das Gemeineigentum des deutschen Volkes) durch einen Akt der Gesetzgebung erreicht ist. Zu diesem Zeitpunkt tritt der Verein sein gesamtes Land sowie sonstiges Vermögen ohne Entschädigung an die nach dem Gesetz hierfür zuständige Körperschaft ab."

Die Freilandbriefe wurden nicht verzinst; auch waren sie vom Geldgeber nicht kündbar, sie durften allerdings auf andere Personen übertragen werden.

 

Die Siedler-Genossenschaften hatten eine jährliche Bodenabgabe in Höhe von 5 % der für den Erwerb des Landes aufgewendeten Summe zu leisten. Davon galten 4/5 als Tilgung der Landerwerbskosten. Die restlichen 1/5 dienten als Unkostenbeitrag bzw. Werbezwecken. Nach 25 Jahren war der Bodenpreis ausgeglichen und die Siedler mussten nur noch 2 % der ursprünglich aufgewendeten Summe zahlen.

 

Allerdings blieb der Freilandverein „dauernder Grundherr im Sinne des Grundbuchs“.

 

Die nördlich von Berlin in Oranienburg liegende Siedlung Eden wurde am 28. Mai 1893 von 18 Berliner Vegetariern als erste vegetarische Siedlung in Deutschland unter dem Namen Vegetarische Obstbau-Kolonie Eden e.G.m.b.H. gegründet. Sie lag in einer Größe von 125 ha in der Nähe der letzten S-Bahn-Station von Berlin und sollte Berliner Großküchen vegetarische Produkte liefern.

 

1910 wurde von Alwin Esser eine Edener Ortsgruppe des in Breslau gegründeten „Deutschen Vereins Freiland e.V.“ etabliert. Ein Jahr später siedelte Esser nach Eden und verlagert den Sitz des Vereins in die Obstbausiedlung. Das Konsumgeschäft wird von der Genossenschaft übernommen und bildet den Grundstock für den erfolgreichen Aufbau der Warenabteilung. Alle Eden-Erzeugnisse werden durch diese Abteilung an einen großen Kundenkreis geliefert.

 

Ab 1920 unter dem Namen Obstbau-Siedlung Eden e.G.m.b.H. geführt, trägt die Genossenschaft seit der Wende 1990 die Bezeichnung Eden Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG.

 

Der Name wurde nach der Bezeichnung für das Paradies Eden gewählt.

 

Anschrift: Eden Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG

Struveweg 501, 16515 Oranienburg

Link zur Genossenschaft

 

Literatur- und Quellennachweis:

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