"Kaiserstr. 34" Grundstücks-Verwaltungs-Aktien-Gesellschaft

 

Mit dem folgenden Link finden Sie noch Stadtpläne und Bilder der Gegend um den Alexanderplatz.

 

SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz
Nr. Datum       Wert   gefunden Jahr
16.311 23.10.1930 5 Aktien 2.000 RM 5 2008
                 
Emission: 23.10.1930

Die Gesellschaft:

 

Gegründet am 08.05.1922, eingetragen am 24.05.1922.

 

Die Firma lautete bis 05.12.1922: AG zur Verwertung von Abfallprodukten,

danach „Kaiserstr. 34“ Grundstücks-Verwaltungs-Aktien-Gesellschaft

 

Zweck: Verwaltung des zu Berlin C25, Kaiserstraße 34 belegenen Hausgrundstücks, auch Grundstücksankauf und Verkauf.

 

Die Gesellschaft domilizierte zuerst in der Charlottenstraße 29/30 und später in Berlin C 25 (Anmerkung: Postamt , Am Königsgraben, heute Alexanderplatz), Kaiserstraße 34. Das Grundvermögen belief sich in 1931 auf 24.928 RM; da auch die Mieten bilanzwirksam wurden, ist davon auszugehen, dass sich das Grundstück im Eigentum der Gesellschaft befand.

 

1925 - Direktion: Josef von Halmy, Budapest – AR: Bankier Joseph Glücksohn

1932 - Direktion: Theodor Boesel - AR: Kurt Boesel, Erich Boesel, Ww. Hedwig Boesel

- die Gesellschaft wurde anscheinend durch die Familie Boesel „arisiert“

 

Im Handbuch der Deutschen AGs 1943 nicht mehr aufgeführt.

 

Diese Kaiserstraße wurde benannt nach dem Russischen Kaiser Alexander I  Pawlowitsch.

 

Das Gebiet gehörte zur damaligen Königstadt. Das Grundstück Kaiserstraße Nr. 34 muss in unmittelbarer Nähe der dortigen Synagoge gelegen sein. Sowohl die Synagoge als auch die umliegenden Gebäude wurden im Krieg zerstört. Das gesamte Gebiet wurde bereits zu DDR-Zeiten völlig neu arrondiert; nach der Wende wurde die Umgestaltung des Alexanderplatzes weiter vorangetrieben, die alte Stadtstruktur und natürlich auch die Kaiserstraße sind verschwunden.

 

Zu den Nachkriegsbauten in dieser Gegend gehören der Kaufhof am Alexanderplatz, das Forum Hotel, das Haus des Lehrers, die Kongresshalle am Alex und das neue, rosa Kaufhaus „Alexa“. Der Alexanderplatz wird derzeit (und noch bis in die nächsten Jahrzehnte) völlig neu gestaltet ... bis hin zu Wolkenkratzern, die aber immer noch Investoren suchen. Der „Alex“ und das umliegende Gebiet werden noch lange, lange Baustelle bleiben.

 

 

Literatur- und Quellennachweis:

 

Aust, Dr. Bruno + Stark, Dr. Ulrich

Herausgeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Berlin

Die städtebauliche Entwicklung Berlins seit 1650 in Karten

 

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Lais, Sylvia / Hans-Jürgen Mende (Hrsg.)

Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung GmbH / Luisenstädtischer Bildungsverein e.V.

Lexikon Berlin Straßennamen

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz (Hrsg.)

Die städtbauliche Entwicklung Berlins seit 1650 in Karten

 

Heinz Spitzer und Alfred Zinn

VEB Tourist Verlag, Lizenzausgabe für die Nicolaische Verlagsbuchhandlung

Berlin von 1650 bis 1900 Entwicklung der Stadt in historischen Plänen und Ansichten,

Tafel 12, Pharus-Verlag Berlin 1902