Terrain-Aktiengesellschaft am Grossschiffahrtsweg Berlin-Stettin

Terrain-Aktiengesellschaft Hohenzollernkanal zu Berlin

 
               
               
SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz  
Nr. Datum       Wert   versteig. Jahr  
                   
26.460 13.11.1905 1.000 Aktien   1.000 Mark 1 2008 Abb.
                   
26.465 20.12.1923 9.000 Aktien   1.000 Mark 135 2006 Abb.
26.461     Sammela. -     5 x 1000 5.000 Mark 2 2008  
                   

Aktie vom 13.11.1905

Aktie vom 20.12.1923

Die Gesellschaft

Die Gesellschaft wurde am 12.09. bzw. 07.11.1905 gegründet

 

Bei der Gründung wurde ein Teil des nicht betriebsnotwendigen Grundbesitzes mit einer Größe von etwa 515 Morgen Land der

   Birkenwerder Aktiengesellschaft für Baumaterialien

in Birkenwerder und Borgsdorf gegen Gewährung von 598 Aktien in die neugegründete AG eingebracht. 402 Aktien gingen an die Gründer der Aktiengesellschaft. Die Birkenwerder AG musste bereits 1909  Liquidation anmelden. Sie hatte umfangreichen Grundbesitz in den damaligen Vororten von Berlin - Schöneberg, Wilmersdorf und Neukölln. Die Grundstücke wurden meist aus Zwangsversteigerungen aufgrund von Außenständen (nach Materiallieferungen) der jeweiligen Bauherrn erworben.

 

Zweck der Gesellschaft: Erwerb und Verwertung von Grundstücken in den am Hohenzollernkanal von Berlin nach Stettin belegenen Ortschaften; die Gesellschaft war ferner befugt, Ziegeleien zu pachten, Ziegelsteine herzustellen und zu vertreiben.

 

Die Firma lautete

bis 12.09.1914 Terrain-Aktiengesellschaft am Grossschiffahrtsweg Berlin-Stettin

danach: Terrain-Aktiengesellschaft Hohenzollernkanal.

 

Die Grundstücke der Gesellschaft waren zwischen der Oranienburger Chaussee (heute ein Teil der B 96) und der Havel nördlich von Berlin belegen. Sie besaßen ein Anschlussgleis und waren etwa 1 km von der Vorortbahn Berlin – Oranienburg gelegenen Station Birkenwerder entfernt. Durch den Ausbau der an den Grundstücken vorüberfließenden Havel zum Hohenzollernkanal Berlin – Stettin (heute: Oder-Havel-Kanal) wurde ein für Schiffe von 600 Tonnen fahrbare Wasserstraße geschaffen. Die Grundstücke der Gesellschaft zerfielen ihrer Lage nach in drei Gruppen:

 

1. Das für industrielle Anlagen bestimmte, von der Havel und dem Hohenzollernkanal begrenzte, etwa 79 ha 42 a (knapp 0,8 km²) große Gelände, welches von drei zum Hohenzollernkanal führenden Stichkanälen und einem normalspurigen, von der Station Borgsdorf, der Vorortbahn Berlin – Oranienburg hergeführten Anschlussgleis durchzogen wurde.

 

2. Das an den Ort Birkenwerder anstoßende etwa 36 ha 93 a (370.000 m²) umfassende Gebiet, welches zur Parzellierung für Wohnzwecke bestimmt war.

 

3. Das südwestlich anschließende 14 ha 65 a (146.000 m²) große von der „Briese“ durchzogene Waldstück, welches teilweise alten Baumbestand besaß und für eine Landhausbebauung bestimmt war.

 

Ein Quadratmeter Wohnbauland wurde 1924 für ca. 1,50 Goldmark angeboten.

 

Der Wert der Aktien war sei 1924 bis 1928 auf „0“ gesunken, der Handel wurde an der Berliner Börse im Jahre 1929 eingestelt. Spätestens im Jahre 1932 wurde keine Immobilienbesitz mehr bilanziert. Folgerichtig wurde die Gesellschaft im Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften 1943 nicht mehr aufgeführt.

 

 

Literatur- und Quellennachweis

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Gutowski, Vladimir (verantwortlich für den Inhalt);

Auktionshaus Gutowski GmbH (Hrsg. + Verlag)

verschiedene Auktionskataloge,

SUPPES 2008/09 ff. Bewertungskataloge für Historische Wertpapiere, Deutschland vor / nach1945

SUPPES Special, Übersicht aller im Reichsbank-Schatz vorhandenen Papiere

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Pharus-Pläne, Nachdrucke

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