Terrain-Aktiengesellschaft Nieder-Schönhausen

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Die Gesellschaft

Die Gesellschaft wurde im Jahre 1905 mit einem Kapital von 2,1 Mio. Mark gegründet.

 

Zweck: Erwerb, Verwaltung und Verwertung von Grundstücken in Gross-Berlin. Die Terrain-Ges. Niederschönhausen m. b. H. hat in die A.-G. ihre Gesamtaktiva, darunter ein zu Niederschönhausen belegenes Grundstück für 1.800.000 Mark eingebracht, wofür 1.800.000 Mark in Aktien der neuen Akt.-Ges. gewährt wurden, die Erlöse aus den restlichen Aktien von nominal 300.000 Mark waren zur Deckung der Kosten für Pflasterung, Kanalisation und sonstige Ausgaben bestimmt.

 

Sie übernahm von ihrer Nieder-Schönhausen Terrain GmbH ungefähr 48 ha an teilerschlossenem Bauland, welches im Bereich

          Platanenstraße,

          Kuckhoffstraße,

          Kaiserweg, heute Friedrich-Engels-Straße

          Kaiser-Wilhelm-Straße, heute Dietzgenstraße     

im nördlichen Teil Berlins in Pankow, Ortsteil Niederschönhausen (früher: Nordend) lag.

 

Hierfür waren rund 90 % des Aktienkapitals aufgewendet worden. Der Rest diente zur Finanzierung der Kosten für die Pflasterung, Kanalisation und andere öffentliche Anschlüsse. Die Gesellschaft führte die Erschließung des Terrains bis zur Baureife zu Ende.

Ein Grundstück wurde zum Bau eines Rathauses in der Kuckhoffstraße Nr. 2 (seit 1928: Max-Delbrück-Gymnasium) kostenlos an die Gemeinde abgegeben. Das gesamte Gebiet war für eine Landhausbebauung freigegeben, die auch im Großen und Ganzen erhalten geblieben ist.

 

In der Mitte des Terrains der Gesellschaft wurde die damalige Straßenbahn von der Mittelstraße nach Pankow verlegt.

 

Nachdem ein Großteil der Terrains verkauft und Gewinne nicht mehr zu erwarten waren, wurde der Liquidationsbeschluß auf der Generalversammlung im Jahre 1924 gefasst. 1936 wurde die letzte Liquidationsrate ausgezahlt. Die zehn Liquidationsraten lagen bei 120%.

 

Die Gesellschaft war erfolgreicher als die Berliner Nordend Actien-Gesellschaft (Link), die weiter westlich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in der Gegend engagiert war – allerdings wenig erfolgreich.

 

Stadtpläne und Bilder

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Gut zu erkennen sind die (zumindest damals) kleinen Grundstücke - bestimmt für eine Landhausbebauung. Das Areal lag bei der Bebauung noch weit vor Berlin.

 

Das Rathaus der selbständigen Gemeinde Niederschönhausen wurde von 1908 bis 1910 errichtet. Aufgrund der Eingemeindung und Bildung von Groß-Berlin (Link) mit damals 20 Bezirken im Jahr 1920 entfiel auch für dieses Rathaus die ursprüngliche Zweckbestimmung.

 

Niederschönhausen ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Pankow.

 

Seit 1928 ist in dem Gebäude das Max-Delbrück-Gymnasium (Link) untergebracht.

 

Die Gesellschaft hatte ihre Geschäftsräume augenscheinlich im Haus Kaiserweg 69, heute Friedrich-Engels-Straße 5 , 5A ... ein tolles Gebäude.

 

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Literatur- und Quellennachweis

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Landesarchiv Berlin und Beuth Hochschule

HistoMap Berlin, histomapberlin.de

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Pharus-Pläne, Nachdrucke

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