Emil Heinicke Aktiengesellschaft, Berlin

 

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Die Gesellschaft

Die Gesellschaft wurde bereits im Jahre 1861 als OHG gegründet und am 22.05.1911 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Zweck der AG war der Erwerb und Fortbetrieb des bis dahin unter der Firma Emil Heinicke in Berlin betriebenen Spezial-Bau- und Einrichtungs-Geschäfts. Die Gesellschaft war berechtigt, sich an anderen Unternehmen, deren Gegenstand in den Rahmen ihres Zwecks fällt, in jeder Form zu beteiligen oder solche zu erwerben, Läden und Häuser zu erwerben oder zu ermieten, umzubauen, zu verkaufen oder zu vermieten.

 

Der Gesellschaft gehörte eine Fabrik in Mariendorf – damals noch bei Berlin.

Neben vielfältigen gewerblichen Tätigkeiten:

die Gesellschaft war u.a. in 1914/16 mit umfangreichen Kriegslieferungen beschäftigt und hat sogar in 1916/17 eine Munitionsfabrik errichtet; später wurden dann landwirtschaftliche Artikel hergestellt (hier stimmte der Spruch „Schwerter zu Pflugscharen“)

hatte die Gesellschaft auch einen erheblichen Grundbesitz.

Wohnanlage in der                 Friedrichstraße 129 A – E, H und

                                               Claire-Waldorff-Straße 10, 12

in Berlin Mitte.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit verpachtete die Französische Gemeinde einen Teil des Hospitalgrundstücks an die Emil Heinicke AG, die als Bauherr für die 1925 errichtete Wohnanlage Friedrichstraße 129 A-E, H auftrat. Unter Berücksichtigung der bestehenden Bauten des Hospitals hat der Baumeister Paul Zimmerreimer nach Abbruch von älteren Nebengebäuden die Wohnbauten mit teilweise geschwungenen Hausfronten in einem abgewogenen Verhältnis zur umgebenden Gartenanlage angeordnet. Die Differenzierung der dreigeschossigen Wohnanlage in Partien mit Einzelhaus- und Reihenhauscharakter bewirkt eine lebendige Abwechslung. Expressiv gestaltete Baudetails an den Hauseingängen geben den sachlich gegliederten Fassaden eine dem Zeitgeschmack entsprechende Prägung. Ein Teil der Wohnanlage wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. (Landesdenkmalamt Berlin)

Ende Februar 1928 gehörten der Gesellschaft noch die folgenden Grundstücke:

SW11 (Anhalter Bahnhof, Kreuzberg) Königgrätzer Straße 72,

hier befand sich der Sitz der Gesellschaft, Heute: Stresemannstraße, allerdings wurden die Häuser 71 – 75 a, so auch die Nr. 72 dem Halleschen Ufer als Nrn. 2 – 12 zugeschlagen.

           S.a. Demokrit Grundstücks-Verwertungs-AG zu Berlin (Link). Die            Gesellschaft hatte ihren Geschäftssitz unter der selben Adresse.

Belle-Alliance-Platz 21 (590 m²),

Berlin-Mariendorf, Grossbeerenstrasse 18 – 19, heute Nrn. ~ 36, 37.

Von dem fast 10.000 m² großen Gelände war fast die Hälfte bebaut. Es handelte sich in erster Linie um Fabrikationsgebäude für Metallbearbeitungs- und Eisenkonstruktionswerkstätten, eine Tischlerei und Holzbearbeitungsfabrik sowie den notwendigen Maschinenpark. Die Fabrik hatte bereits eine Zentralheizung. Auf dem Grundstück befanden sich außerdem ein Verwaltungsgebäude und ein Meisterwohnhaus.

Pankow: von dem Grundstück sind 7.000 m² mit Wohnhäusern bebaut.

Die genaue Lage ist leider nicht bekannt.

Da es nicht möglich war, die Grundstücke zu veräußern, musste die Gesellschaft im Januar 1931 ihre Zahlungen einstellen; am 03.02.1931 wurde das Konkursverfahren eröffnet.

 

Literatur- und Quellennachweis

40

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

130

Gutowski, Vladimir (verantwortlich für den Inhalt);

Auktionshaus Gutowski GmbH (Hrsg. + Verlag)

verschiedene Auktionskataloge,

SUPPES 2008/09 ff. Bewertungskataloge für Historische Wertpapiere, Deutschland vor / nach1945

SUPPES Special, Übersicht aller im Reichsbank-Schatz vorhandenen Papiere

 

210

Lais, Sylvia / Hans-Jürgen Mende (Hrsg.)

Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung GmbH / Luisenstädtischer Bildungsverein e.V.

Lexikon Berliner Straßennamen

 

230

Landesarchiv Berlin (Hrsg.)

Edition Gauglitz

Straubes Übersichtsplan von Berlin aus dem Jahr 1910

 

245

Landesdenkmalamt Berlin

 

290

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

300

Pharus-Pläne, Nachdrucke

Scharnhorststraße 25, 10115 Berlin – Webseite www.pharus.eu

 

 

d213-

13.02.2018-Ergänzung Friedrichstraße