Boden-Aktiengesellschaft am Amtsgericht Pankow

 

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SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz  
Nr. Datum       Wert   gefunden Jahr  
4.801 06.04.1905 1.650 Aktien Lit A. 2.000 Mark 10 2008 Abb.
4.802     umgew. in VZ-Aktie 2.000 Mark 2 2008  
    850 Aktien Lit B. 2.000 Mark      
                   


Die Gesellschaft

Die Gesellschaft wurde am 13.02 1905 u.a. von der Neuen Boden AG gegründet.

Zweck war der Erwerb von Grundstücken in Berlin und dessen nördlichen Vororten, insbesondere der Immobilien-Verkehrsbank. Die Gesellschafter der Bank beschlossen danach die Liquidation der Bank, die sich dann aber noch über einen sehr langen Zeitraum hinzog.

 

Bei der Gründung wurden die bis dahin der Immobilien-Verkehrsbank zu Berlin gehörenden sogenannten Wollanischen Grundstücke mit einer Größe von ca. 443.656 m² für 5,5 Mio. Mark also 12,40 Mark pro m² übernommen. Der Kaufpreis wurde in Höhe von 3 Mio. Mark bar bezahlt, für den Rest wurde eine Hypothek in Anspruch genommen.

 

Die Grundstücke lagen zwischen den Bahnhöfen Pankow-Niederschönhausen und Pankow-Heinersdorf, eingegrenzt von der Berliner Straße, der Prenzlauer Chaussee (später wurde daraus eine P. "Promenade") und der Berlin-Stettiner Eisenbahn. Auf einem nicht mitverkauften Grundstück mitten in dem Areal war zuvor schon das königliche Amtsgericht Pankow an der Kissingenstraße errichtet worden. Zwei weitere Grundstücke trat die Gesellschaft für den Bau einer Schule und einer Kirche unentgeltlich ab. Nach umfangreichen Grundstücktäuschen mit der Gemeinde für Straßenbauzwecke wurde die Straßenregulierung 1908 zum Abschluss gebracht. Wenige Jahre danach verschlechterte sich die Lage am Grundstücksmarkt und es liefen immer höhere Verluste auf, die Ende des Ersten Weltkrieges 1918 zur Verhängung der Geschäftsaufsicht führten. Durch den Bau eines Industriegleisanschlusses an der Ostseite des Areals hoffte man, den größten Teil der Grundstücke in Industriegelände umwandeln zu können. 

 

1924 waren dann tatsächlich alle Grundstücke verkauft und die Gesellschafter beschlossen am 30.06.1924 die Auflösung der Gesellschaft.

1927 wurde noch eine Resthypothek der Behrliner Hypothekenbank zu einem Bruchteil des Nennwertes abgelöst.

1928 nach Beendigung der Liquidation und Ausschüttung von 26 RM je Vorzugsaktie wurde die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht.



Literatur- und Quellennachweis

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Freunde Historischer Wertpapiere F.H.W.,

Hamburger Auktion, Hanseatisches Sammlerkontor;

Verschiedene Auktionskataloge

 

Kähne, Volker

Gerichtsgebäude in Berlin

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Pharus-Pläne, Nachdrucke

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