Bellevue-Immobilien-Aktien-Gesellschaft in Berlin

 

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SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz  
Nr. Datum       Wert   gefunden Jahr  
3.965 10.1928 1.500 Aktien   1.000 RM 900 205 Abb.
                   

Die Gesellschaft

 

Die Gesellschaft wurde gegründet am 19.02.1926; eingetragen am 02.03.1926.

Firma bis 21.05.1928:    Canada Land Comp. AG,

danach                           Bellevue-Immobilien- Aktien-Gesellschaft in Berlin

 

Zweck war  der An- und Verkauf, Pachtung und Verpachtung von Grundstücken aller Art, ferner die Beteiligung an gleichen Unternehmen und deren Finanzierung.

 

Grossaktionär: Die Aktienmehrheit ist im Besitz der

                    Galeries Lavayette AG

umbenannt:  Berlin-Westen Grundstücks-AG in Berlin

umbenannt:  Berliner AG für Industriebeteiligungen, Berlin – 67,41%,

Sitz der Verwaltung: Potsdamer Platz 1(Columbushaus, Zimmer 601)

 

Die Gesellschaft beauftragte 1930 den Architekten Erich Mendelsohn, Erbauer des Einsteinturms in Potsdam, mit dem Bau des Columbushauses. Das neunstöckige, „nach den modernsten Grundsätzen erbaute“ Bürohaus wurde am Potsdamer Platz 1, einer der verkehrsreichsten Orte Berlins, errichtet; seine Fertigstellung erfolgte im Frühjahr 1932.

 

Dividenden wurden bis 1942 nicht gezahlt – danach sicherlich auch nicht mehr.

 

Wegen der Bombenschäden wurde das Columbushaus, das sich nunmehr im Ostsektor der Stadt befand, 1945 abgerissen. Das 2.144 m² große Grundstück am Potsdamer Platz befand sich fortan im Niemandsland der Berliner Mauer. 1974 wurde die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht, aber dann nach der Wiedervereinigung 1991 reaktiviert.

 

Nach West-Berlin zurückgekommen war der Zipfel Land in Berlin-Mitte schon in den 1980er Jahren, als ein Teil eines Grundstücks-Deals mit der DDR, damit man entlang der Mauer auf dem westlichen Gebiet eine neue Straße bauen konnte .... und die DDR konnte ihre Grenzanlagen begradigen. Trotzdem blieb das Gelände bis zum Fall der Mauer eine Ödnis. Die Planungen und dann die Bebauung des ziemlich neu gestalteten Potsdamer Platzes begann in den 1990 Jahren. Streit gab es damals um die begehrte Anschrift Potsdamer Platz 1. Da auf dem eigentlichen Gelände des früheren Columbushauses (mit der Hausnummer 1) der Haupteingang zur S-Bahn entstand, bekam das ursprünglich in der Potsdamer Straße 1A belegene Grundstück jetzt die Adresse Potsdamer Platz 1. Schon diese Anschrift steigert den Mietwert der Büros in diesem Haus sicherlich um 1,00 Euro / m².

 

Auf dem ehemaligen Grundstück des Columbus-Hauses, etwas zurückgesetzt, heute Potsdamer Platz 5 ist das sogenannte Delbrück Haus (Architekten: Prof. Hans Kollhoff, Helga Timmermann). Daneben, Potsdamer Platz 3, 4 ist das Beisheim Center – u.a. befindet sich in dem Gebäude das Hotel Ritz Carlton, in dem Mitte Juni 2013 die Familie Obama eine ganze Nacht verbracht haben.

 

Auf dem jetzigen Grundstück Potsdamer Platz 1 (früher Potsdamer Straße 1a) steht heute der „Kollhoff-Tower“ (Architekt auch hier: Prof. Hans Kollhoff) mit roter Klinkerfassade. In dem Gebäude ist der Schnellste Aufzug Europas, mit dem man in 20 Sekunden auf die Aussichtsterrasse in der 24. Etage des Gebäudes fahren kann – mit einem fantastischen 3600 Rundblick über Berlin.

 

 

Literatur- und Quellennachweis

 

Bogon, Winfried

(digitaler Reprint November 2005, 2008 - Verlag für digitale Publikationen)

Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften, 1914/15 + 1925 + 1932 + 1943

 

Gutowski, Vladimir (verantwortlich für den Inhalt);

Auktionshaus Gutowski GmbH (Hrsg. + Verlag)

verschiedene Auktionskataloge,

SUPPES 2008/09 ff. Bewertungskataloge für Historische Wertpapiere, Deutschland vor / nach1945

SUPPES Special, Übersicht aller im Reichsbank-Schatz vorhandenen Papiere

 

Peus, Dr. Busso (Hrsg.)

Der Reichsbankschatz, Auktionskataloge Nr. 1 bis 5 aus 2003, 2004/2005, 2006, 2008

 

Täubrich, Hans-Christian

Heinrich Hugendubel Verlag, München 1990

Zu Gast im alten Berlin