Wohnstättengesellschaft m.b.H. Berlin

 

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SUPPES Ausgabe- Auflage + Art des Wertpapiers Nenn- Währung Reichsbankschatz  
Nr. Datum       Wert   gefunden Jahr  
29.133 01.01.1926   Anteilscheine 1.000 RM 9 2008 Abb.
                   
                   

Die Gesellschaft:

Die Wohnstättengesellschaft m.b.H. wurde am 21.10.1921 von „einigen in den öffentlichen Verwaltungen bedienstete Männern“ gegründet; sie gehörte später der Deutschen Reichsbank (Link).

 

In den 1920er Jahren, noch während der Inflationszeit 1922 /1923 und danach entstanden mehrere Siedlungen in Berlin, aber auch in Leipzig und Stettin. In Berlin sind vornehmlich die Großsiedlungen Ceciliengärten in Berlin-Schöneberg und die landschaftlich reizvolle Siedlungen Am Heidehof  sowie die Gartenstadt in Zehlendorf sowie eine große Zahl von Einfamilienhäusern für geringbesoldete Bedienstete der öffentlichen Verwaltung in Staaken zu nennen. Die Häuser in der Gartenstadt Zehlendorf wurde im Jahre 2009 vom Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eGmbH (Link) übernommen.

 

Im Frühjahr 1922 verkaufte die Terraingesellschaft am Neuen Botanischen Garten (später: Haus und Heim Wohnungsbau-Aktiengesellschaft – Link zur Gesellschaft) ein etwa 2,5 Hektar großes Gelände östlich und westlich des Asternplatzes in der Nähe des Botanischen Gartens in Berlin-Steglitz an die Wohnstättengesellschaft m.b.H. Bebaut wurde es mit einer dreigeschossigen Hofanlage. Obwohl im Kaufvertrag weiterhin die Ausgestaltung der Bauten im „Charakter herrschaftlicher Häuser“ gefordert war, wurden nur die Kopfbauten direkt am Asternplatz repräsentativ gestaltet. Das Projekt weist ausschließlich rationell geschnittene Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Fläche von 76 m² auf.

 

In dieser Zeit wurden die Gesellschaftsanteile vom Deutschen Reich sowie der Reichsbank übernommen. Anschließend wurde der Gesellschaftsanteil des Reiches durch die Einlage eines zusätzlichen Stammkapitals von 1,35 MioRM erhöht. Die Gesellschaft erwarb sofort eine größere Zahl geeigneter Grundstücke und stellte ein Bauprogramm für jährlich etwa 1.000 Wohnungen auf. Die Bauen wurden in vielen Fällen mit Hilfe der Hauszinssteuerhypothken finanziert. Das waren Mittel, die dem Staat durch die Abschöpfung der durch die Hyperinflation bis 1923 eingetretenen Vermögensgewinne zugeflossen sind. Durch den Wertverlust von Hypotheken-Darlehen aufgrund der Inflation waren Immobilieneigentümer zuvor praktisch vollständig entschuldet worden, während ihr Grundeigentum durch die Inflation nicht an Wert verloren hatte.

 

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wurde die Gesellschaft als Reichsgesellschaft durch die Alliierten beschlagnahmt. Nach Aufhebung der Beschlagnahme wurde eine im Krieg begonnene Siedlung in Berlin-Wilmersdorf fertiggestellt, sowohl die Wiederherstellung als auch der Neubau von Wohnungen wurden forciert.

 

Später gehörte die Gesellschaft zur Gemeinnützigen Deutschen Wohnungsbaugesellschaft (Deutschbau), die im Jahre 1997 an den Veba-Konzern und die Deutsche Bank verkauft wurde. 

 

Literatur- und Quellennachweis:

 

208

Kress, Celina

Lukas Verlag

Adolf Sommerfeld / Andrew Sommerfeld – Bauen für Berlin 1910 – 1970

 

440

Verband Berliner Wohnungsbaugenossenschaften und – Gesellschaften (Hrsg.) 28.11.1957

Geschichte der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft in Berlin

 

s86

2018.07.25 - Plan Ceciliengärten

2017.12.30 - Beschreibung zur Gesellschaft eingegeben.